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2. Garde-Ulanen-Regiment
Garde-Korps
Berlin;
Kd.Gen.: Gen. d. Inf.,
Gen.Adj.
Frhr. v. Plettenberg
Garde-Kav.Div.
Berlin; Gen.Lt. v. Richthofen
4. Garde-Kav.Brig Potsdam; Oberst u.
Flügeladjutant
Frhr.
v. Senden
Garnison:
Berlin
Chef des Regiments:
S. M. der König von Sachsen
Friedrich August III.
Kdr. des Regiments:
OberstIt. Frhr.
v. Maltzahn
Stiftungstag des Regiments: 27. Februar 1819
Errichtung:
Die Stammtruppe des Regiments
hatte von 1817 bis 1821 dieselbe Geschichte wie das "l.
Garde-Ulanen-Regiment" - vgl. Seite 132 -. Durch A.K.0. vom 3. August
1821 wurde das "2. Garde-Landwehr Kavallerie-Regiment" gebildet,
das durch A.K.0. vom 30. März 1826 in "2. Garde-Ulanen (Landwehr)-Regiment"
und nach Wegfall der Bezeichnung "Landwehr" durch A.K.0. vom 2.
Oktober 1851 in "2. Garde-Ulanen-Regiment" umbenannt wurde. Das
Regiment stand zunächst in Berlin und Charlottenburg in Garnison und
rückte nach Heimkehr aus dem Feldzug von 1870/71 in seine neue Kaserne in
Berlin-Moabit ein.
Kurz vor dem Weltkrieg wurde der
durch A.K.0. vom Juni 1871 festgesetzte Stiftungstag des Regiments, der 3.
August 1821, um etwa zwei Jahre zurückverlegt und der 27. Februar 1819
als Stiftungstag angenommen.
Aus den Feldzügen:
Im Feldzug gegen Österreich 1866
rückte das Regiment durch Schlesien nach * Böhmen ein und gelangte bis
in die Gegend nordwestlich Preßburg, ohne jedoch größere Verluste
gehabt zu haben.
Im Feldzug gegen Frankreich
1870/71 marschierte das Regiment zunächst in Lothringen ein und rückte
dann durch die Ardennen auf Paris vor, um am Belagerungsring vor der Stadt
teilzunehmen. Anfang 1871 zog es nach Nordfrankreich und operierte bei St.
Quentin und Amiens. Das Regiment hatte in diesem Feldzug nur geringe
Verluste: ein Offizier elf Mann verwundet; infolge Krankheit fielen aus:
ein Offizier und 19 Mann.
Uniform:
Ulanka aus dunkelblauem Tuch,
polnische Garde Aufschläge, am Kragen goldene bzw. gelbe Gardefitzen,
Kragen, Aufschläge und Paraderabatte ponceaurot, Tschapkarabatte,
Epaulettenfelder und Passanten ponceaurot, an der Tschapka Garde-Adler und
Garde-Stern, Beschlag und Knöpfe gelb, weißer Haarbusch.
Weltkrieg 1914 bis 1918:
Nach der Mobilmachung Anfang 1914
rückte das Regiment gen Westen aus und marschierte mit der 2.
Garde-Infanterie-Division in Belgien ein. Nach zahlreichen Gefechten
stieß es nach Frankreich bis zur Marne vor. Nach dem Rückzugsbefehl
Anfang September 1914 wurde es bei Reims im Stellungskampf eingesetzt und
übernahm Melde- und Bereitschaftsdienste.
Ende September 1914 wurde das
Regiment geteilt. Stab, 3. und 4. Eskadron kamen zur 2.
Kavallerie-Division, die 1. und 5. Eskadron verblieben als
Divisions-Kavallerie bei der 2. Garde-Infanterie Division. Diese Trennung
des Regiments blieb den ganzen Krieg bestehen. Das Halbregiment mit dem
Stab schied somit aus dem Garde-Korps aus.
Das 1. Halbregiment verblieb bis
Ende November 1914 im Patrouillendienst und z. T. im Schützen-Einsatz im
Westen. Am 20. November 1914 wurde es an die Ostfront verlegt und bei
Stellungskämpfen in Russisch Polen eingesetzt. Es wurde laufend anderen
Verbänden unterstellt und rückte im August 1915 auf Wilna vor, wo es
wieder im Stellungskrieg eingesetzt wurde. Ende Oktober 1915 wurde es nach
Kurland verlegt und nahm an der Einnahme von Riga teil. Im November 1917
wurden die 3. und 4. Eskadron wieder in den Westen verlegt. Die 3.
Eskadron verblieb bis Kriegsende als Divisions-Kavallerie bei der 202.
Infanterie-Division, die 4. Eskadron als Divisions Kavallerie bei der 1.
Reserve Division.
Das 2. Halbregiment verblieb
zunächst im Westen, angelehnt an die Leib-Garde-Husaren und das Dragoner
Regiment Nr. 6. Im April 1915 wurden die Eskadrons in den Osten nach
Galizien verlegt, kehrten bald in den Westen zurück und wurden 1917
nochmals für kurze Zeit in den Osten, vor Wilna, verbracht, um dann bis
Kriegsende im Westen als Divisions-Kavallerie eingesetzt zu bleiben.
In der zweiten Hälfte Dezember 1918 kehrten die
Eskadrons nacheinander in die alte Garnison Berlin zurück und wurden
demobilisiert. Im April 1919 wurde das Regiment aufgelöst. Die Tradition
des Regiments wurde später von der 4. Eskadron des Reiter-Regiments Nr. 4
in Perleberg übernommen.
Literatur:
Die ersten 60 Jahre 2. Garde-Ulanen-Regiment von
v. Knebel Doeberitz, Berlin 1882. Das Kgl. Preuß. 2. Garde-Ulanen
Regiment 1914 bis 1918 von Graf v. Maldeghem, Berlin 1930. |